Hannah

Sachsentrail_ZielfotoSport hat in meinem Leben schon immer eine große Rolle gespielt. Ich wurde in dem Jahr geboren, in dem Boris Becker zum ersten Mal Wimbledon gewann. 13 Jahre später wurde ich deutsche Meisterin im Tennis. Ich stand auf dem Treppchen bei Jugend-Europameisterschaften und wurde Vierte bei der U16 Weltmeisterschaft zusammen mit Annalena Grönefeld.

Als ich mich für das Abitur und gegen den Profisport nach der mittleren Reife entschied, fiel ich der (damaligen) Philosopie des Deutschen Tennis Bundes zum Opfer und flog aus der Förderung. Trotzdem blieb ich meinem Sport treu und versuchte mich 3 Jahre später auf eigene Faust als Tennisprofi.

Der Brutalität des Ego-Sports Tennis, in dem es immer nur eine*n Gewinner*in und eine*n Verlierer*in gibt, der Einsamkeit der Tennisspielerin, die alleine durch die Gegend reist, der finanziellen Belastung, sowie den Rückschlägen durch wiederkehrende Verletzungen war ich auf Dauer nicht gewachsen. Außerdem fehlte mir die Kopfarbeit. So entschloss ich mich nach 2 Jahren Profitennis, einen etwas anderen Lebensweg einzuschlagen.

Im August 2006 machte ich mich auf die Reise über den großen Teich zur Auburn University Montgomery. Ausgerüstet mit einem vollen Stipendium spielte ich dort College-Tennis und studierte zugleich International Business. 2007 durfte ich die amerikanische NAIA Collegemeisterschaft mit meinem Team feiern. Ich wurde ins All-American Team berufen und zusammen mit meiner tschechischen Doppelpartnerin zur besten NAIA Doppelspielerin des Landes gewählt.

Trotzdem entschied ich mich nach einem Jahr College-Tennis und Studium zurück in die Heimat zu kehren. In den darauffolgenden Jahren spielte ich noch von der Bundesliga bis zur Regionalliga neben meinem Studium Tennis. Doch so richtig Feuer hatte ich nicht mehr für meinen Sport. 2011 habe ich dann mein letztes offizielles Match gespielt.

Die Leidenschaft für das Laufen hatte ich schon immer im Blut. In meiner Jugend bin ich neben dem Tennis auch intensiv im Leichtathletikverein gelaufen. Da ich jedoch schon früh sehr erfolgreich im Tennis war, entschied ich mich dazu, mich nur noch auf eine Sportart zu konzentrieren.Trotzdem habe ich schon als junges Mädchen davon geträumt, einmal in meinem Leben einen Marathon zu laufen.

Während meines Bachelorstudiums in Maastricht unternahm ich einen ersten Versuch, ins Marathontraining einzusteigen. Allerdings musste ich dieses Vorhaben frühzeitig auf Eis legen, da das Marathontraining nicht mit dem Tennistraining harmonierte. So fing ich erst 2011 nach meinem letzten offiziellen Match damit an, ernsthaft zu laufen. Meinen ersten Halbmarathon lief ich im Oktober 2011 in Dresden, gefolgt vom Berliner Halbmarathon im März 2012.

Im April 2013 war es dann soweit: Ich lief meinen ersten Marathon in meiner Heimat in Düsseldorf. Und nach dem ersten Marathon war klar, dass weitere folgen sollten. Mittlerweile habe ich 6 Marathons absolviert:

Düsseldorf (April 2013)

Liverpool (Mai 2014)

Berlin (September 2014)

Tokio (Februar 2015)

Berlin (September 2015)

Barcelona (März 2016)

Nach einem kleinen Ausflug in den Triathlon 2015, habe ich nun neben dem Marathon eine neue Passion gefunden: Trailrunning. Im Frühjahr 2016 bin ich spontan beim Mount Everest Treppenmarathon in Radebeul in der Dreierseilschaft eingesprungen. Die Atmosphäre unter den dortigen Ultraläufer(n)*innen war unglaublich. Seitdem ist mir endgültig klar, wo der Weg hingehen soll: Zum Ultratrail. Im Juli 2016 bin ich meinen ersten offiziellen Trail-Wettkampf beim Sachsentrail im Erzgebirge über 34,4km und 910 Höhenmeter gelaufen. Dieser Lauf hat mir bestätigt, dass mein Projekt genau das ist, was ich will und was ich mit großer Leidenschaft verfolge. Das Projekt Ultratrail.

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4 Kommentare


  1. Mensch Hannah! Ich bin begeistert und ehrfürchtig! Tolle Sportkarriere !
    Und du hast fast alle Fragen beantwortet, die ich dir Samstag eigentlich stellen wollte und es irgendwie nicht gemacht habe.
    War schön euch zu treffen, hoffe es klappt bald mal wieder .
    In jedem Fall im nächsten Jahr? Über die Strecke können wir ja nochmal reden .

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    1. Isa, danke für die Blumen! 🙂 Wir fanden es auch sehr schön Euch zu treffen (auch wenn ich da noch im Verarbeitungsmodus war und noch nicht so gesprächig)! Ich denke schon, dass ich nächstes Jahr wieder dabei bin, über die Distanz lässt sich bestimmt noch reden, wobei ich vorher ja schon einiges vor habe. Falls wir uns aber spontan entscheiden die volle Distsnz zu machen, sollten wir das zusammen machen! 🙂

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  2. Eine bewegende (Sport) Vergangenheit und wenn man nicht weiß, wer einen gegenüber steht, ist es umso schöner einen so natürlichen, fast schüchternen, Profi zu treffen.
    Danke für deine Geschichte und das persönliche Treffen am Rabenberg, und sorry für das Verwechseln deines Trainingsgelände

    Bleib gesund und vor allem am Ball. Ich freue mich auf deinen nächsten Start, vielleicht auch mal wieder zusammen?!

    LG
    Peter

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    1. Hi Peter, sorry für meine späte Antwort! Danke für Deine lieben Worte, ich habe mich sehr gefreut, dass wir uns am Rabenberg wiedergesehen haben. Und natürlich kein Problem wegen der Verwechslung 😉 Wir sehen uns sicher bald wieder, was steht denn bei Dir noch auf dem Programm? Allerallerspätestens sehen wir uns doch auf der Treppe im nächsten Jahr wieder, oder?
      LG,
      Hannah

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